Große Bedeutung für Deutschland
Bundestrainer sieht in Christoph Sandmann Motivationsmotor

Im kleinen Rahmen ohne "großes Tamtam" feierten Christoph Sandmann und seine Grooms (Beifahrer) in der Stallgasse vor den Boxen seiner erfolgreichen Viererzugpferde mit einigen geladenen Gästen den Weltcupsieg von Leipzig.
"Nach meinem Sieg habe ich die Bedeutung des Weltcups gar nicht so hoch auf der Rechnung gehabt", ist der 40-jährige Speditionskaufmann von den vielen Glückwunsch-Mails und Grußadressen per Fax (selbst aus dem europäischen Ausland) überrascht worden.
"Der Titel hat für Deutschland und für den deutschen Vierspännersport Sogwirkung und ist zugleich ein Signal für die Konkurrenz", freute sich Bundestrainer Ewald Meier (Meißenheim) und registierte zufrieden: "Wir sind auch nach der Ära Michael Freund eine mehr als ernst zu nehmende Fahrsportnation.
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Er ist froh, dass jetzt wohl Ruhe im deutschen Vierspännerlager eintritt. Einige Fahrer hätten schon moniert, dass Sandmann dauernd in den Genuss von Wildcards komme. "Der Mann bringt Leistung. Die anderen fahren hinterher, wenn sie eingesetzt werden", stellte Meier fest und sah in Sandmanns Weltcupsieg einen "Motivationsmotor" für den Nachwuchs. "Wir haben von allen Nationen die meisten und besten Nachwuchsfahrer."
Von einem "Loch nach Freund" wollte Meier nichts wissen. Mit dem im vergangenen Jahr zurückgetretenen Michael Freund stehe ein neuer Trainer für den bundesdeutschen Perspektivkader ein, der "bei Christophs Sieg in Leipzig geheult hat wie ein Schlosshund". Der Bundestrainer baut auf Freunds Talentschmiede, die schon erste internationale Erfolge eingefahren hat.
"Christoph war von Anbeginn des Hallensports dabei und kennt sich aus", erklärte Freund beim Empfang den Erfolg seines Lähdener Freundes. "Keiner hatte ihn auf der Rechnung. Er sich selbst auch nicht. Der Druck war weg." Und noch etwas sei Sandmann in Leipzig zugute gekommen: Der Australier Exell und der Holländer Chardon, die die ganze Saison beherrschten, hätten sich in Leipzig "bekämpft". "Da ist Sandmann plötzlich ungewollt zum deutschen Zugpferd geworden.
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Freund ist schon voller Spannung auf die neue Freiluftsaison. "Für die WM in Holland ist alles drin." 1994 holten damals Sandmann und Freund in Den Haag die WM-Mannschaftsgoldmedaille.
"Ich hoffe auf eine Mannschaftsmedaille", bleibt Bundestrainer Meier allerdings vorsichtig und hofft, dass das internationale Fahrturnier der PSG Lähden (30. Mai bis 1. Juni) als erste Sichtung für die WM die Hoffnung bestärkt. "Vor der WM werden wir wieder das bundesdeutsche Trainingslager in Lähden absolvieren", schätzt er die idealen Bedingungen auf dem Osthümmling.
In Leipzig hatten sich die Niederländer um Chardon große Hoffnungen auf den Weltcupsieg gemacht. Dann aber fuhr Sandmann mit seinem Schwager Adolf Fischer und dem Niederländer Rob Olders (Venlo) auf Platz eins. "Ich habe mir einiges anhören müssen", erzählte Olders, ein Landschaftsgärtner und passionierter Pferdefreund, von Reaktionen in Holland. Er hofft jetzt, dass er bei der WM in Holland erneut bei Sandmann auf dem Wagen steht.
Der Lähdener baut auf den Niederländer: "Er hat mir mit seiner Arbeit als letzter Mann einige Strafpunkte erspart", lobte Sandmann.